Die
Weltmeisterin im Cutting erklärt, wie der Einstieg gelingt und worauf
in ihrer Paradedisziplin besonders ankommt.
Ute Holm sitzt in allen
Westerndisziplinen fest im Sattel. Wenn es allerdings darum geht,
beim Cutting ein Rind von seinen Artgenossen zu trennen, ist sie
Spitzenklasse. Sie war schon Weltmeisterin, mehrfach Europameisterin
und vielfach Deutsche Meisterin. Ihre Pferde bildet sie in der Regel
selbst aus und dabei ist ihr Fairness wichtiger als jeder Erfolg.
Auf Sporen und scharfe Gebisse verzichtet sie gerne und setzt stattdessen
auf Motivation und Partnerschaft. Was sie Einsteigern rät, hat sie
im interview verraten.
Wie der Einstieg ins Westernreiten gelingt
Über die verschiedenen Verbände gibt es Trainerlisten und dann
kann das jeder einfach mal auf einem Schulpferd ausprobieren. Es
ist allerdings nicht ganz so einfach, ein gutes Schulpferd zu finden.
Das Angebot ist nicht sehr groß, denn ein gut ausgebildetes Pferd
ist ein teures Pferd. Trotzdem kann es sinnvoll sein, unterschiedliche
Ställe auszuprobieren, um zu sehen, wo die Unterschiede liegen -
sowohl bei der Ausbildung, als auch bei den Pferden. Dann ist das
Bauchgefühl entscheidend: Wenn einem der Umgang mit dem Pferd und
der Unterricht gefallen, ist das in der Regel ein ganz gutes Zeichen.
Wer bereits reiten kann, dem fällt der Umstieg in der Regel leicht,
da er im Umgang mit dem Pferd bereits geschult ist und die Bewegungsabläufe
kennt.
Worauf es bei einem guten Westernreiter ankommt
Vielseitigkeit ist entscheidend. Je mehr er über den Tellerrand
schaut, umso besser. Also ruhig mal einen Extreme-Trail reiten,
den Halsring ausprobieren oder eine gute Dressurstunde mitnehmen.
Wichtig ist, dass Reiter offen sind und sich fortbilden.
Was Cutting bedeutet
Cutting ist eine Disziplin des Westernreitens, in der es darum
geht, ein Rind von der Herde zu separieren. Reiter und Pferd müssen
das jeweilige Tier innerhalb von 2,5 Minuten aussortiert haben und
gleichzeitig verhindern, dass es zur Herde zurückrennt. Dabei arbeitet
das Pferd teilweise selbstständig, der Reiter darf keine Zügelhilfe
einsetzen.
Was ein gutes Cutting-Pferd auszeichnet
Die Westernreiter nennen das Cow-Sense. Das ist eine Art Hütetrieb,
den es auch bei bestimmten Hunderassen gibt. So wie ein Border-Collie
eine Schafherde zusammenhält, haben die Pferde richtig Spaß daran,
die Rinder in Schach zu halten und zu kontrollieren. Wenn das Pferd
einmal gut ausgebildet ist und weiß, wie es geht, muss der Reiter
nicht mehr viel machen.
Welche Pferde besonders geeignet sind
Für die Rinderarbeit gibt es bestimmte Zuchtlinien und für das
Cutting dann ganz speziell Pferde, die nicht Müde werden, sondern
ihre Energie da reinstecken. Je mehr Rinder dabei sind, umso mehr
Spaß haben sie. Denn Cutting bedeutet, wirklich ohne Zügelhilfe
zu reiten, während das in allen anderen Rinderdisziplinen noch erlaubt
ist. Dann zeigt sich der Unterschied, ob ein Pferd über mehrere
Generation auf Cutting gezüchtet oder ob beispielsweise nur die
Mutter ein Cutting-Pferd ist.